Bei Steuerschulden und Kontopfändung durch das Finanzamt

Bei Steuerschulden und Kontopfändung durch das Finanzamt:

 

258 Abgabenordnung (AO) besagt folgendes: Einstweilige Einstellung oder Beschränkung der Vollstreckung. Soweit im Einzelfall die Vollstreckung unbillig ist, kann die Vollstreckungsbehörde sie einstweilen einstellen oder beschränken oder eine Vollstreckungsmaßnahme aufheben.

Grundsätzlich sollten Sie folgendes tun:

Nehmen Sie umgehend Kontakt mit Ihrem Finanzamt auf und vereinbaren Sie einen persönlichen Gesprächstermin (auch wenn es schwer fällt, aber dort sitzen auch nur Menschen). Besprechen Sie in diesem persönlichen Termin eine Ratenzahlungsvereinbarung, bei gleichzeitiger Aussetzung der Vollstreckung und Aufhebung der Kontopfändung. Da es ab 01.07.2010 die Möglichkeit auf Einrichtung eines P-Kontos bei Ihrer Bank gibt, dies aber vor einer Pfändung geschehen muss, haben Sie nur die Möglichkeit beim zuständigen Amtsgericht einen pfändungsfreien Betrag auf Ihrem Konto in Höhe von 985,15 Euro zuzüglich eventueller Freibeträge zu beantragen. Die Konten unterliegen aber weiter der Pfändung. Sie sollten daher „unbedingt (!)“ die oben beschriebene Ratenzahlungsvariante vereinbaren. Nachdem die Vereinbarung geschlossen ist, sollten Sie das P-Konto bei Ihrer Bank beantragen. Von dem Betrag den Sie als monatliche Rate aufbringen können, bieten Sie zunächst 50% an. Schnüren Sie sich nicht sofort den Hals zu, indem Sie gleich alles anbieten!!!

Das Finanzamt wird in der Regel einer Ratenzahlungsvereinbarung zustimmen, es sei denn, es liegen strafrechtliche Gründe für eine Ablehnung vor. Versuchen Sie eine Ratenzahlungsvereinbarung mit 50% anzubieten und steigern Sie lieber von sich aus im Laufe der nächsten Monate die Rate, wenn Sie merken, Sie kommen finanziell hin. Beispielsweise nach 6 Monaten können Sie dann auf 60% erhöhen. Das Finanzamt sieht Ihren guten Willen und somit ist die Grundlage für einen späteren Schulden Vergleich gelegt. Sparen Sie die Differenz zu Ihren 100% monatlich irgendwo an, so dass der angesparte Betrag als Ihre finanzielle Sicherheit und zum späteren Zeitpunkt dann als Einmalzahlung zur Schuldenbefreiung beim Finanzamt dient.

Wichtig: Vereinbaren Sie einen Termin, bieten Sie eine Ratenzahlungsvereinbarung mit der „Hälfte (!)“ des möglichen Betrages, im Gegenzug bitten Sie um Aufhebung der gepfändeten Konten und sparen Sie parallel den Differenzbetrag auf einem Konto an.

Das Finanzamt will nichts anderes als Ihr Geld und Sie nicht kaputt machen! Auch das Finanzamt weiß, dass im Falle einer Insolvenz die Möglichkeiten Geld zu bekommen, schlechter sind. Insofern sollte das Finanzamt zustimmen. Handeln Sie strategisch und nicht aus Verzweiflung!

ABER HANDELN SIE !!!

Zur Ratenzahlungsvereinbarung sollten Sie sich vorbereiten:

1) Sie müssen Ihre momentane wirtschaftliche Situation darstellen (Einnahmen/Ausgaben/Überschuss)

2) 12-monatiger Tilgungsplan auf Grund Ihrer monatlicher Einahmen-/Ausgabenrechnung erstellen

3) Einkommensnachweis bzw. Bilanz oder Ähnliches die die Machbarkeit der Ratenzahlung nachweisen

Wenn Sie Ihre Hausaufgaben gemacht haben, sollten Sie möglichst kurzfristig einen Termin vereinbaren, um die Genehmigung und Aufhebung der Pfändungen herbeizuführen! Schreiben Sie trotzdem so schnell wie möglich dem Finanzamt (am besten morgen), dass Sie die erforderlichen Unterlagen wegen einer von Ihnen gewünschten Ratenzahlungsvereinbarung beibringen und deshalb bitten, keine weiteren rechtlichen Schritte und kostenverursachenden Maßnahmen einzuleiten.

Dies sollte als erster Schritt genügen. Dann ist Ihr Handeln gefragt.

Noch einige Hinweise:

Finanzämter und Sozialversicherungsträger sind bei Unternehmensinsolvenzen diejenigen, die in den meisten Fällen am schnellsten Fremd-Insolvenzanträge stellen.

Auch Steuerschulden können grundsätzlich eine Privatinsolvenz auslösen. Alternative: Statt Privatinsolvenz/ Verbraucherinsolvenz mit Restschuldbefreiung nach 6 Jahren, außerinsolvenzlich Versicherung an Eides Statt (z.B. § 284 AO) abgeben und dafür ggf. den Rest des Lebens immer wieder mit dem Gerichtsvollzieher oder Inkasso-Anwälten auf der Suche nach pfändbaren Vermögenswerten Kontakt haben. Aber Vorsicht: Auch im Falle eines beantragten Privatinsolvenzverfahrens und einer beantragten Restschuldbefreiung kann diese ggf. versagt werden. Bitte hierzu § 290 InsO lesen.

Zur Stundung:

Die Finanzbehörden können Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis ganz oder teilweise stunden, wenn die Einziehung bei Fälligkeit eine erhebliche Härte für den Schuldner bedeuten würde und der Anspruch durch die Stundung nicht gefährdet erscheint. Die Stundung soll in der Regel nur auf Antrag und gegen Sicherheitsleistung gewährt werden. Steueransprüche gegen den Steuerschuldner können nicht gestundet werden, soweit ein Dritter (Entrichtungspflichtiger) die Steuer für Rechnung des Steuerschuldners zu entrichten, insbesondere einzubehalten und abzuführen hat. Die Stundung des Haftungsanspruchs gegen den Entrichtungspflichtigen,

 

Es gibt Wege – sprechen Sie mit ehemaligen Insolvenzlern

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About Barbara Klopfer

Wir sind ein Zusammenschluss von Deutschen und Österreichern in England, welche selbst aus diversen Umständen in eine finanzielle Schieflage geraten sind.

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About Insolvenz in England - Tipps zur Vorbereitung und Ablauf

Zusammenkommen ist ein Beginn, Zusammenbleiben ein Fortschritt, Zusammenarbeiten ein Erfolg, sagte schon Henry Ford. Auf diesem Blog treffen sich Menschen aus unterschiedlichen Ländern und verschiedenen Berufen, die selbst aus diversen Umständen in eine finanzielle Schieflage geraten sind. Die meisten waren Freiberufler (Architekten, Ärzte, Zahnärzte, Anwälte usw.) und Selbstständige (Handwerker, Kaufleute, Dienstleister) aber auch Angestellte mit einer Festanstellung im Heimatland. Wenn Sie sich im Internet umschauen werden Sie eine Fülle von Anbietern unterschiedlichster Art und Struktur in allen europäischen Ländern finden. Und jeder betroffene Insolvenzler hat seine eigenen Erfahrungen mit diesen Dienstleistern gemacht. Und jeder einzelne brachte seine individuelle Lebensgeschichte mit ganz unterschiedlichen finanziellen Ausgangssituationen mit. Und ganz gleich ob das Insolvenzverfahren in Deutschland, Frankreich oder England durchgeführt wurde… manche mussten unglaubliche Tiefschläge hinnehmen, weil die Beratungsleistung derer, die Geld dafür bekommen haben, um zu helfen, nicht eingehalten wurde. Dies gilt auch für großzügig gemachte Versprechen in deren Erstgesprächen. Warum sollten Sie also die Fehler begehen, welche andere bereits hinter sich haben. Daher das Angebot: tauschen Sie sich aus auf dem Blog. Fragen sie andere Insolvenzler, die das alles schon hinter sich gebracht haben und die heute ein schuldenfreies, ruhiges Leben genießen dürfen. Reden Sie mit uns – Eine erste Selbsthilfegruppe wurde gegründet, um von den eigenen Erfahrungen zu berichten. Diese Idee entstand, als wir Menschen kennen lernen durften, die sich allein gelassen fühlten, viel Geld an Dienstleister bezahlt haben und die Betreuung nach der ersten Zahlung oft aufgehört hat. Hier reden ehemalige Insolvenzler. Und nur diese können von Erfahrungen berichten. Wir unterstützen Menschen, die von einer Insolvenz bedroht sind und verhelfen zu einem Neustart. Bei uns sind Sie nicht nur eine Nummer, bei uns sind Sie Mensch, ein Partner, den wir sicher begleiten, den wir zuhören und eine soziale Struktur bieten. Eine ausführliche Grundberatung ist kostenlos, über die gesamte Betreuungszeit von ca. 18 Monate haben wir den fairsten Preis im Wettbewerbsvergleich. Reden Sie mit “Gleichgesinnten” in unserer ersten Selbsthilfegruppe in England. Hotline Insolvenz Tel: 0049 (0)6108 – 90 808 90 Oder schreiben Sie uns unter kontakt@die-insolvenzler.de Wir freuen uns. Besuchen Sie auch unsere Webseite: http://die-insolvenzler.de/

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